2. Work and Shoot

Lille und ich auf dem Work and Shoot der BZG Göttingen

 

Als ich die Ausschreibung las, “Work AND Shoot”, dachte ich, das ist eine Veranstaltung, die ich unbedingt besuchen wollte. Also, schnell melden und warten, ja, wir hatten einen Startplatz.

In meiner Trainingsgruppe hatten wir vorher schon gefachsimpelt, was da wohl zu schießen sei, und wie man das bewältigen könne. Wir waren uns auf jeden Fall einig, dass das Schießen eine Menge Spass bringen würde. Die Arbeit mit den Hunden ja sowieso.

 

Am Morgen des 14. April ging es los. Meine Labradorhündin “Dazzling Dawn of Nature’s Garden”, nachfolgend “Lille” genannt, und ich. Ganz früh, wir kommen aus Lippstadt und da brauchen wir ein bisschen. Die Fortgeschrittenen Klasse arbeitete erst mit den Hunden, also ganz “normaler” Workingtest. 4 Aufgaben galt es zu bewältigen.  Eva Berg stellte zusammen mit Daniel Perick unsere ersten beiden Aufgaben. Aufgabe 1: zwei beschossene Markierungen, die in einer Linie fielen. Die 1. auf ca. 60m auf oder neben einen Weg, die 2., nach kleinem Treiben, auf ca. 80m auf ein Plateau. (Zu den Meter-Angaben: ich muss gestehen, ich bin nicht so gut im Abschätzen von Entfernungen. Verzeiht es mir bitte, falls ich etwas daneben liege…) Diese Aufgabe hat Lille gut und sicher gearbeitet, sie hat sich leicht über die alte Fallstelle pushen lassen und brauchte dann ein bisschen zum Suchen. Aber, ersten beiden Dummies sicher gearbeitet - Puh, so konnte es weiter gehen. Nun zu Aufgabe 2, die deutlich schwieriger war: Auf ca. 80m fallen 2 beschossene Dummies, eine Doublette sozusagen. Dann, in engem Winkel, ca. 25m weiter links, ein Schuß in den Busch. Es sollte nun zuerst eines der Dummies der Dublette gearbeitet und dann der Hund voran auf das beschossene Blind geschickt werden. Schwierig, da der Hund natürlich noch das 2. Dummy aus dem ersten Retrieve im Kopf hatte. Lille ließ sich aber gut nach links schicken, brauchte nicht mehr lang bis zu besagtem Busch und dem darin liegenden Dummy, und da drehte sie nach links ab. Bei uns bestand das Problem, dass ich sie nicht weit genug, sie musste praktisch hinter den Busch, schicken konnte. Irgendwann, für mich eine ewig lange Zeit und nach viel zu viel Gepfeife, gelang es mir dann doch, sie weiter zurück zu schicken. Naja, nicht toll, aber Hauptsache, Dummy drin. Es kamen 4 Punkte dabei heraus. Unsere schwächste Aufgabe.

Danach ging es weiter zu Zsolt Török, der seine Aufgaben oben auf dem Plateau gestellt hat. Unsere erste Aufgabe bestand aus Fußgehen und einem beschossenen Blind, welches in ca. 90m Entfernung in kniehohem Bewuchs mit kleinen Büschen unterhalb des Plateaus lag und direkt gearbeitet werden durfte. Dann sollte man weiter frei bei Fuß gehen und es fiel eine Markierung in 100m Entfernung neben/vor einen Busch. Der Hund musste hier auf der richtigen Seite des Windes sein, sonst würde er daran vorbeilaufen. Auch diese Aufgabe meisterte Lille fehlerlos. 2 x 10 Punkte. Prima!! 

Aufgabe 4 war wieder eine Kombination aus frei bei Fuß gehen und Markierungen. Es fiel eine beschossene Markierung in 80 m Entfernung in hohen Bewuchs. Drehen um 90 Grad und weiter bei Fuß gehen. Eine 2. beschossene Markierung fiel auf ca. 70m. Die letzte Markierung sollte man zuerst arbeiten, dann umdrehen, zurück gehen und die 1. Markierung arbeiten. Lille hatte richtig gut markiert, ich aber leider viel zu früh gepfiffen. 2 Punkte Abzug bei der letzten Aufgabe. Ärgerlich, war mein Fehler. “Don’t let your dog be smarter than you!”, sagt man ja - aber hier hätte ich mich auf sie verlassen, sie laufen lassen und “smarter” sein lassen sollen. Aber gut, 10 und 8 Punkte waren ja jetzt auch nicht so schlecht.

Nach dem Workingtest war vor dem Schießen. Unsere Klasse hat mit Flintenschießen angefangen, dann Bogenschießen und Kleinkaliber. Wir hatten mächtig viel Spaß. Jeder teilnehmende Schütze wurde angefeuert. Es spielte keine Rolle, wie gut man schießen konnte. Hier stand eindeutig der Spaß im Vordergrund. Besonders hervorzuheben, vom Spaßfaktor, war das Bogenschießen. Diese Disziplin war verpflichtend, und ich glaube, ich spreche für alle, wenn ich sage, daß das mega viel Spaß gemacht hat! Was auch an unserem netten Bogenschießlehrer Alyoisius Meffert lag, der mit fachkundigen Tipps versucht hat, unsere Leistung zu optimieren. Nur seinetwegen konnte ich auch den Pokal des Gesamtsiegers mit nach Hause nehmen. Vielen Dank, Alyoisius!

Lille und ich schlossen den Workingtest mit insgesamt 71 von 80 Punkten, einem “sehr gut” ab, genau punktgleich mit Barbara Ehlerding mit “Limitless Campina”. Im Stechen mussten wir eine Markierung arbeiten, die 60m entfernt beschossen und hinter einen umgestürzten Baum fiel. Barbara war als erste dran. Pina lief etwas zu weit, musste zurück geholt werden, pickte dann das Dummy und kam zurück. Nun war es an Lille und mir, die Nerven zu behalten und besagte Markierung zu arbeiten. Lille hat diese Markierung sehr gut gearbeitet. Sie hat sich langsamer, den Wind ausnutzend auf die Markierung zu gearbeitet. Uih, das war spannend!! Barbara, Du warst so fair und hast mir direkt gratuliert. Das ist wahrer Sportsgeist! Großartig!!

Vielen Dank an alle Mitglieder des Schützenverein Groß-Döhren - Ihr habt uns einen herrlichen Tag bereitet! Auch zu nennen sind hier die vielen lieben Menschen, die sich um unser leibliches Wohl gesorgt und uns Getränke und leckeres Essen zubereitet haben. Vielen lieben Dank an Euch alle!!

Nun bleibt mir nur noch ein ganz dickes Dankeschön zu sagen: den Organisatoren, hier stellvertretend Heiko Bosse und Vanessa Löbert, die dieses tolle Event möglich gemacht haben. Ihr seid spitze!! Und danke, an das nette Richterteam Eva Berg, Zsolt Török und Daniel Perick. Ihr habt knifflige Aufgaben gestellt, die uns gefordert haben und ihr habt fair, auf eine sehr nette Art gerichtet.

Vielen Dank Euch allen!! Wir kommen bestimmt wieder im nächsten Jahr!

Melanie Rother mit Lille